GLV-1 Sandra Detzer

Liebe Freund*innen,

als „Republik der Selbermacher“ hat die Süddeutsche Zeitung unsere Gesellschaft bezeichnet und damit den Do-it-yourself-Trend beschrieben. Es wird gehämmert und gestrickt, eingekocht und gebrutzelt, in Repair-Cafes getüfftelt. Menschen schließen sich zu solidarischen Landwirtschaften oder Energiegenossenschaften zusammen. Die Sehnsucht nach dem Echten und Ursprünglichen ist mit Händen zu greifen.

Bei den Grünen hat diese Sehnsucht nach dem Echten eine politische Heimat. Wir waren die erste Partei, die den regionalen Gedanken konsequent in ihrem Programm verankert hat: Beim Essen, bei der Landwirtschaft, bei der Energie. Wir stehen zur bäuerlichen Landwirtschaft. Wir lieben die Natur, ihre Ursprünglichkeit zu schützen ist unser Markenkern. Immer mehr Menschen spüren damit etwas, was uns Grünen wohl vertraut ist: den Wunsch nach einem guten Leben. Echte Beziehungen und Bindungen, ein faires Miteinander, Teilhabe an der Gesellschaft, Heimatgefühl, gute Luft und gesunde Natur, gutes Essen mit biologischen und regionalen Zutaten. Das ist im besten Sinne eine konservative Sehnsucht. Diese Sehnsucht passt zu Baden-Württemberg, wo so viele natur- und heimatverbundene Menschen leben: Heimwerker*innen, Heimgärtner*innen, Genussmenschen. Wir Grüne teilen mit vielen Menschen dieses Lebensgefühl. Das ist ein großer Schatz aus dem die Chance erwächst, viele Menschen dauerhaft für unsere Ideen zu begeistern und ihnen das Gefühl zu geben, dass wir sie verstehen und ähnlich empfinden. Ich will mit euch für das Echte und Ursprüngliche kämpfen. Für ein gutes Zusammenspiel von erfolgreichem Wirtschaftsstandort und gesunder Natur, für weniger Gift in unseren Nahrungsmitteln, für die Stärke des Ländlichen Raums und für ein menschliches Miteinander durch Chancen- und Teilhabegerechtigkeit.

Das Echte ist oft das Übersichtliche, das Greifbare. Ich weiß, was in meinem Essen ist. Ich kenne meine Freunde und Nachbarn. Das bietet Orientierung in einer globalisierten Welt. Diese Welt wird immer schwieriger zu verstehen, immer unübersichtlicher. Die Unübersichtlichkeit macht vielen Menschen Angst. Und doch sind das Echte vor Ort und die globalisierte Welt aufs Engste miteinander verbunden.

Wir Grüne haben die Welt immer als eins verstanden. Ein Planet, eine Menschheit. Wir haben immer die Folgen unseres Handelns im Blick gehabt, bei Atomkraft, Umweltzerstörung, Ressourcenverbrauch oder unfairem Handel. Und wir haben früh darauf hingewiesen, dass wir diese Folgen zu spüren bekommen werden. Und die Folgen nicht Halt machen vor nationalen Grenzen. Wolfgang Schäuble nennt die Zuwanderung ein „Rendezvous mit der Globalisierung“, aber im Gegensatz zu vielen seiner Parteifreund*innen ist dieser treffende Befund für uns nicht überraschend. Darin liegt eine große politische Chance für uns. Wir sind die Kraft, die die langfristigen Folgen politischen Handelns im Blick hat und die Globalisierung positiv gestalten will. Das heißt konkret: Offenheit statt Abschottung. Europäische Lösungen statt nationaler Alleingänge. Demokratische Freude statt autoritärer Sehnsucht. Offenheit und Zuversicht vs. Zukunftsangst und Bedrohungsgefühl. Darum wird in den nächsten Jahren politisch gehen. Wir sind die politische Kraft, die in dieser Debatte konsequent Haltung zeigt. Mit dieser Haltung haben wir den letzten Wahlkampf sensationell gewonnen, diesen Weg gehen wir weiter.

Zuversicht und Optimismus haben wir auch in Bezug auf die ökologische Modernisierung unserer Wirtschaft. Und mir ist dabei besonders wichtig, dass wir Wachstum und Ressourcenverbrauch entkoppeln und den Klimawandel begrenzen. Das erfordert neben all den Ansätzen anderen Wirtschaftens auch Innovation auf Spitzenniveau und Unternehmen, die sich im harten weltweiten Wettbewerb durchsetzen. Zusammen mit progressiven Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen aus Mittelstand und Handwerk können wir für die Vorreiterrolle Baden-Württembergs bei der ökologischen Modernisierung werben. Das ist ein Weg unseren Wohlstand nachhaltig zu sichern.

Unsere parteipolitischen Ideen, Werte und Ziele sind Impulsgeber für gutes Regieren. Ich bewerbe mich bei euch als Landesvorsitzende, weil ich will, dass die Partei Impulsgeberin bleibt. Was kann ich dazu konkret beitragen?

  1. Erklären. Parteien haben die Aufgabe, ihre Lösungen für gesellschaftliche Probleme überzeugend zu vermitteln. Sie sollen sachlich geleitet und fachlich begründet Kopf und Bauch ansprechen mit dem Ziel, Menschen zu überzeugen. Die Zahl der Wechselwähler*innen nimmt zu, immer weniger Menschen fühlen sich langfristig einer Partei zugehörig. Umso wichtiger ist es, dass wir Grüne auch weiter Seismograph für die Stimmungen in der Bevölkerung sind. Und unsere Regierungsarbeit in der Fläche gut erklären, denn in Baden-Württemberg wird nicht irgendwie regiert. Hier wird grün regiert. In den letzten fünf Jahren habe ich als Parlamentarische Beraterin für Finanzen und Wirtschaft der Landtagsfraktion unzählige Reden, Konferenzen und Podiumsdiskussionen begleitet, Verhandlungen vorbereitet, Argumentationshilfen geschrieben und Fragen aus den Wahlkreisbüros beantwortet. Ich weiß wie wichtig es ist, unsere politischen Ziele in die richtigen Worte zu packen und die Geschichten verständlich zu erklären, damit sie bei den Menschen auch ankommen.
  2. Entwickeln. Ich meine, dass Parteien Konzepte zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen liefern sollen. Wir Grüne tun das und haben den Anspruch, Konzeptpartei zu sein. Das ist gerade in Zeiten von Regierungsverantwortung eine Herausforderung. Ich will dafür sorgen, dass wir weiter Treiber sind bei gesellschaftlichen Innovationen, dass wir auch morgen noch die Partei der progressiven Kräfte in Baden-Württemberg sind. Als Mitglied der Schreibgruppe für das Landtagswahlprogramm, beim Schreiben von Leitanträgen zu BDKs und LDKs und von Konzeptpapieren der Landtagsfaktion u.a. zur grünen Wohnungspolitik und zu unserer Politik für den Ländlichen Raum habe ich zur Weiterentwicklung unserer Programmatik beitragen dürfen. In der ersten Zeit als Landesvorsitzende würde ich mich dabei gern auf zwei Schwerpunkte konzentrieren: Auf gutes Leben im Ländlichen Raum mit allen zentralen Fragen guter Infrastruktur, guter Ernährung und gesunder Natur und auf unsere Rolle als Treiber für eine innovative Wirtschaft ohne fossile Energien, mit der wir von Baden-Württemberg aus einen globalen Beitrag für nachhaltigen Wohlstand und Klimaschutz leisten.
  3. Mobilisieren. Mit eurer Hilfe will ich unsere Kräfte als schlagkräftige Partei noch weiter bündeln. Wir haben im Landtagswahlkampf bewiesen, dass wir in der Fläche Power auf Straßen und Feldwege bringen können. Das war ein enormer Kraftakt. Wir sind jetzt eine 30-Prozent-Partei mit Abgeordneten in beinahe jedem Wahlkreis. Dem müssen wir auch strukturell gerecht werden, vor Ort präsent sein, auch in der Fläche. Dafür viel ich viel mit euch vor Ort unterwegs sein und euer Knowhow und eure Begeisterung eng einbinden.

Liebe Freund*innen,

Grün tut Baden-Württemberg gut. Als eure Landesvorsitzende will ich mit euch beweisen, dass unsere Ideen vor Ort, im Land, in Europa und der Welt dazu beitragen, vielen Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen. Gleichzeitig geben wir Grüne in Baden-Württemberg eine Orientierung, wie die großen globalen Herausforderungen wie Zusammenhalt, Flucht und Migration, Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften wirksam und optimistisch angegangen werden können. Dafür will ich mich mit ganzer Kraft einsetzen und bitte um Euer Vertrauen. Für alle Rückfragen erreicht ihr mich unter detzers@gmail.com, gerne komme ich auch bei euch im OV/KV vorbei.

Sandra

Biografie

  • Geboren bin ich am 21.04.1980 in München.
  • Ich wohne mit meinem Mann in Heidelberg, wo ich auch Stadträtin bin.
  • Studiert habe ich Politik und VWL in München, promoviert habe ich an der Uni Heidelberg zum Thema Finanzbeziehungen in föderalen Staaten.
  • Gearbeitet habe ich beim Ausschuss der Regionen im Stab des Generalsekretärs in Brüssel, in der grünen Bundestagsfraktion als Haushaltsreferentin in Berlin und seit 2011 in der grünen Landtagsfraktion als Beraterin für Finanzen und Wirtschaft.

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