BTW-41 Moritz Heuberger

Liebe Freundinnen und Freunde,

Wir befinden uns in unruhigen Zeiten. Die offene Gesellschaft und die Fortschritte der Globalisierung werden in Frage gestellt und wir stehen an einem Punkt, an dem sich vieles entscheidet. Wir dürfen uns vom rechten Populismus nicht in die Ecke drängen lassen oder mit unseren Werten und Zukunftsvisionen in die Defensive geraten. Gerade in Zeiten von Brexit, Trump und AfD müssen wir zeigen: Wir stehen weiter für die offene Gesellschaft, wir fallen nicht um und biedern uns nicht an, wie die Wagenknechts und Seehofers dieser Welt.

Um in die Offensive zu kommen müssen wir mit eigenen, emotional positiv besetzten, progressiven Inhalten punkten. Ich möchte mich stark machen für eine gerechte Globalisierung und ein starkes Europa sowie die Gestaltung der digitalen Arbeitswelt.

Gerechte Globalisierung und starkes Europa

Globaler Handel kann allen nützen, wenn wir zum Beispiel hohe Umweltstandards überall durchsetzen. Globalen Handel mit Abkommen wie TTIP oder CETA voran zu treiben, ist jedoch ein Holzweg. Hier werden genau die Fehler wiederholt, aus welchen sich der berechtigte Protest gegen die Globalisierung speist: Konzerninteressen wird besondere Beachtung geschenkt, Standards werden abgesenkt und demokratische Mitbestimmung wird zurückgedrängt. Die Antwort darf dabei kein Zurück ins nationale Kleinklein sein. Stattdessen müssen wir in Zeiten globaler Märkte endlich den globalen Handel demokratisch kontrollieren und zum Beispiel das europäische Parlament stärken und die europäischen Regionen weiter vernetzen. Denn nur in einem europäischen Miteinander, einem demokratischen, solidarischen Europa kann unsere Zukunft gestaltet werden. Gleichzeitig müssen wir die Europäische Idee wieder mit Leidenschaft nach vorne stellen. Dazu dürfen wir uns nicht auf die bloßen ökonomischen Vorteile der Europäische Union verlassen. Denn, wie schon Jacques Delors wusste, verliebt sich niemand in einen Binnenmarkt.

Grüne Politik bedeutet für mich, dass wir dafür streiten, die Globalisierung ökologisch und gerecht zu gestalten. So dass allen Menschen die Vorteile von offenen Grenzen und globalem Miteinander zu Gute kommen und wir unsere Umwelt erhalten. Um dieses Ziel zu verfolgen, brauchen wir starke glo­ba­le In­sti­tu­tio­nen und Re­geln. Dazu gehört auch der ausnahmslose Einsatz für Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte.

Digitalisierung gestalten

Wir stehen vor großen Herausforderungen für die Gesellschaft: Nicht nur Globalisierung, auch Digitalisierung und Energiewende wollen gerecht gestaltet werden. Negative Effekte des dreifachen Strukturwandels müssen wir abfedern, Chancen nutzen. Soziale Absicherung, Investitionen in Bildung, Förderung neuer Technologien bis hin zum Aufbau neuer Branchen sind Aufgaben, denen wir uns stellen werden. Wir müssen vermeiden, dass ganze Berufsgruppen arbeitslos werden, ganze Landstriche veröden und ganze Teile der Bevölkerung gesellschaftlich abgehängt werden.

Schon heute stellt sich die Frage, wie wir die digitale Arbeitswelt mit all ihren Veränderungen gestalten können. Mir ist es wichtig, dass wir uns in guter grüner Tradition mit den Risiken von Technik befassen und die Errungenschaften von Automatisierung und Digitalisierung kritisch begleiten, dass wir auf Datenschutz, ausreichende Anonymität und den Schutz von Arbeitnehmer*innenrechten achten.

Gleichzeitig bietet der Umbruch in der Arbeitswelt – ob in der Industrie, in der Dienstleistung oder auf dem Acker – unglaubliche Möglichkeiten. Durch die stärkere Vernetzung der Welt können wir Arbeitsprozesse nicht nur effizienter – und damit oftmals ökologischer – gestalten, wir können auch Menschen entlasten. Das kann mehr Freizeit für alle bedeuten – mehr Zeit für die Familie, für das Ehrenamt, für den Garten. Die entscheidende Frage hierbei ist, wie wir den Mehrwert der Digitalisierung gerecht verteilen. Deshalb möchte ich mich dafür einsetzen, dass wir uns nicht gegen den technischen Fortschritt stellen, sondern ihn so gestalten, dass alle davon profitieren.

Im Bundestagswahlkampf möchte ich mich gemeinsam mit euch für diese Zukunftsthemen engagieren. Ich möchte mit euch raus auf die Straße gehen und einen kraftvollen und motivierten Wahlkampf führen – für mehr Grün im Bundestag!

Deshalb kandidiere ich

Der enge Kontakt, die Einbindung und die Verständigung der GRÜNEN JUGEND mit der Partei ist nicht nur wichtig um gemeinsame Projekte voran zu bringen und Missverständnisse zu vermeiden, sondern er führt auch zu einem breiteren Spektrum an neuen Perspektiven auf beiden Seiten.

Als Bundessprecher der GRÜNEN JUGEND werde ich im kommenden Jahr für unseren bundesweiten Wahlkampf mitverantwortlich sein. Dieses Engagement kostet mich Zeit und Energie – ein Grund warum ich erst für einen der hinteren Listenplätze kandidiere. Meine Erfahrung von der Bundesebene möchte ich – gerade bei einem Bundestagswahlkampf – in unseren Landesverband und in die Kreisverbände mit einbringen.

Ich möchte allerdings nicht nur als Vertreter der GRÜNEN JUGEND beim Bundestagswahlkampf dabei sein, ich möchte auch als Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen für unsere gemeinsamen Ziele antreten. Daher möchte ich als Teil der Landesliste meine Themen, meine Erfahrung und meine Perspektiven einbringen und dabei die enge Zusammenarbeit von Jugendverband und Partei vorantreiben. Deshalb bitte ich um Euer Vertrauen und um Eure Stimme für einen hinteren Platz der Landesliste. 

Liebe Grüße

Moritz

Biografie

  • Vor 25 Jahren wurde ich in Heidenheim an der Brenz geboren. Nach dem Abitur 2010 ging es von der Ostalb an den Bodensee. Mein Bachelor in Politik- und Verwaltungswissenschaft habe ich an der Universität Konstanz und an der Sorbonne in Paris gemacht. Zur Zeit schreibe ich meine Masterarbeit zur Veränderung von Organisationsprozessen durch die Digitalisierung an der Universität Potsdam.
Grünes
  • seit 2008 bei der GRÜNEN JUGEND aktiv
  • 2008 - 2010 Sprecher der GRÜNEN JUGEND Heidenheim
  • seit 2011 Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen
  • 2011 - 2012 Mitglied des Studierendenparlaments und des AStA der Uni Konstanz
  • 2013 - 2014 Mitglied des Landesvorstands der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg
  • seit 2014 Mitglied im Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND, zunächst als Internationaler Sekretär
  • seit 2015 Bundessprecher der GRÜNEN JUGEND
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