BTW-20 Michaela Schorpp

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir leben in ambivalenten Zeiten.

Volkswirtschaftlich geht es uns so gut wie nie – wir leben in Deutschland sprichwörtlich auf „großem Fuß“. Doch der Fußabdruck den wir hinterlassen hat seinen Preis. Im alltäglichen Leben, in der Praxis sieht vieles anders aus und das spüren die Menschen – insbesondere die Verlierer dieses Systems.

Die „unsichtbare Hand“, die Mechanismen, die unsere Wirtschaft und Gesellschaft in der Theorie zusammenhalten und ausbalancieren, versagen zunehmend. Durch Effekte die unserem Wirtschaftssystem zwar einerseits Vorteile bringen aber die damit verbundenen Kosten der Allgemeinheit, dem Staat – uns allen – aufbürden. Für die Beseitigung von Klima- und Umweltschäden und für soziale Transferleistungen an die Schwächeren unserer Gesellschaft zahlen wir einen hohen Preis. Und der monetär nicht gemessene Nutzen insbesondere im ehrenamtlichen, sozialen und familiären Bereich – „der soziale Kitt“ – ist nichts wert. Das was unsere Gesellschaft zusammenhält, findet in unseren volkswirtschaftlichen Rechnungen keine Berücksichtigung. Das ist nicht FAIR !

Und wer wenn nicht die Grünen können daran etwas ändern? Das sind grüne Urthemen, an diesen großen Linien und Zusammenhängen, müssen wir wieder verstärkt arbeiten. Diese verständlich herauszuarbeiten und glaubwürdig zu kommunizieren ist die zentrale Aufgabe – so dass wir richtig und nicht missverstanden werden. Nicht um das „ökologischste Spritzmittel gegen Blattläuse kümmern, sondern die Probleme an der Wurzel packen“…

Aber deshalb müssen wir mit an die Regierung, um aktiv mitgestalten zu können. Und wir brauchen einen neuen Climate Deal & Social Deal.

Für mich sind das die zentralen Themen unserer ambivalenten Zeit.

Climate Deal

Mit dem Klimaabkommen, das im November 2016 in Kraft tritt, haben wir weltweit eine historische Chance. Die dort vereinbarten Ziele sind für eine Industrienation wie Deutschland, für den „großen Fuß“ auf dem wir leben, eine gigantische Herausforderung. Dieses Abkommen ist eine Zeitenwende!

Deshalb sind jetzt schnell konkrete Maßnahmenpläne für die einzelnen Hauptkategorien des CO2-Fußabdrucks (Wohnen, Verkehr, Konsum, Ernährung, Öffentlicher Sektor) zu erarbeiten. Mit Zielen, die evaluiert werden können und finanziellen Mitteln im Bundeshaushalt, die dem Stellenwert der Zielsetzung gerecht werden.

Wer kennt schon seinen ökologischen Fußabdruck? Wer traut sich diesen zu veröffentlichen? Wer weiß schon konkret welche Auswirkungen sein Lebensstil aufs Klima hat? Wer versteht die Zielsetzung wonach die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen ist? Wer ist sich der Dimension einer Reduzierung seiner CO2 Werte um 80% bis 2050 bewusst – von ca. 10 auf 2 Tonnen? Welches Unternehmen erarbeitet verbindliche Klimabilanzen sowohl für die Produkte als auch fürs Unternehmen selbst? Das erfordert viel Aufklärung und Information, um nicht missverstanden zu werden.

Deshalb brauchen wir auf Bundesebene ein Klima-Ministerium, das Wohnungs-, Energie- Verkehrs-, Wirtschafts- und Agrarpolitik kombiniert und koordiniert. Vom Gelingen dieses Klimaschutzziels hängt die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland ab. Und was gibt es „Grüneres“ als diese Themen zukunftsorientiert auszurichten.

Social Deal

Wir brauchen ein neues Fairplay im sozialen und gesellschaftlichen Bereich. Vor allem in der Renten-, Familien und Steuerpolitik.

Und bei der Bewertung von Leistungen wie Familien-, Erziehungs-, Pflege- und ehrenamtliche Tätigkeiten, die aber nach bisherigen Messkriterien nichts wert sind. Mit denen sich kein Einkommen und auch keine Rente erarbeiten lässt. Von denen man nicht leben kann aber die elementar wichtig sind für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Als Verwaltungs- und Finanzexpertin habe ich langjährige Erfahrung in kommunalen Entscheidungsprozessen. Doch viele Themen, die mir wichtig sind, lassen sich auf kommunaler Ebene allein nicht lösen. Dazu braucht es Weichenstellungen und Gesetze grundsätzlicher Art und an deren Gestaltung will ich in einer starken grünen Bundestagsfraktion mitarbeiten.

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

trotz vieler Baustellen, ist Deutschland für mich eines der attraktivsten Länder der Welt, in Europa und das macht mir Mut. Mut über den eigenen Horizont rauszuschauen, Mut mich einzubringen, Mut für Lösungen zu streiten, Mut an den grundsätzlichen Weichenstellungen für die Zukunft zu arbeiten. Und deshalb bewerbe ich mich um ein Mandat im Deutschen Bundestag.

Zu einer zukunftsfähigen Landesliste sollten auch neue Leute gehören, lebenserfahrene Grüne mit innovativen grünen Konzepten.

Für den Kreisverband Rastatt/Baden-Baden, eine seit Jahrzehnten „tiefschwarze“ Region, wäre es ein starkes Signal, wenn erstmalig eine grüne MdB mitagieren würde.

Deshalb kandidiere ich auf der Landesliste, bewerbe mich um einen aussichtsreichen Listenplatz und bitte um Eure Unterstützung.

Herzliche Grüße

Michaela Schorpp

Biografie

Persönliches:

  •  1965 in Rastatt geboren, im Landkreis Rastatt aufgewachsen und wohne seit 20 Jahren im Stadtkreis Baden-Baden
  • Verheiratet, ein Sohn
Berufliches:
  • Ingenieurstudium (Dipl.Ing. FH), Hochschule Albstadt Sigmaringen (Abschluss 1990)
  • Berufsbegleitendes Masterstudium in Wirtschaftswissenschaften, AKAD University (Abschluss 2017)
  • 1991 – 2001 Tätigkeiten in der freien Wirtschaft auf internationaler Ebene (Branchen: Textil/Bekleidung, Automobil, IT, Consulting)
  • Seit 2001 nebenberufliche Dozententätigkeit an der Verwaltungsschule (Betriebs- und Volkswirtshaft)
  • Seit 2002 beschäftigt in der öffentlichen Verwaltung bei der großen Kreisstadt Gaggenau - ab 2009 als stellvertretende Kämmerin und Abteilungsleiterin Haushalt
Politisches:
  • Seit 2013 Mitglied bei Bündnis 90 / Die Grünen (Kreisverband Rastatt/Baden-Baden)
  • Schnuppermitglied seit 2010, Sympathisantin seit 2000
  • Mein CO2-Fußabdruck 2015 : ~7 Tonnen
Interessantes:
  • Langjährige Aktivitäten im Bereich der alternativen Mobilität: CarSharing, Fahrradpolitik, ÖPNV
  • Engagiert für klimaneutrales Leben

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