BTW-12 Chris Kühn

Bewerbung um Landeslistenplatz 6

Liebe Freundinnen und Freunde,

die Welt ist in Bewegung. Politisch wie sozial driftet unsere Gesellschaft immer weiter auseinander. Wir stehen einem erstarkten Rechtspopulismus gegenüber.

Doch es sind die vielen engagierten Menschen, die diese Gesellschaft trotz allem zusammenhalten. Es sind die vielen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer, die immer wieder zeigen, dass wir es gemeinsam schaffen können. Ihretwegen müssen wir jetzt erst recht Kante gegenüber Fremdenhass und Nationalstaaterei zeigen.

Lasst uns deshalb mit Solidarität und Toleranz dem Hass und der Hetze entgegentreten. Lasst uns klar Position beziehen für Europa und Weltoffenheit und vor allem für unsere Ökothemen. Lasst uns Grüne die politische Kraft des gesellschaftlichen Zusammenhalts in dieser Zeit der Brüche und Umbrüche sein.

Wohnraum für Alle

Der Zusammenhalt unserer Gesellschaft wird sich auch an der Wohnungspolitik entscheiden. In den letzten drei Jahren habe ich im Bundestag als wohnungs- und baupolitischer Sprecher der Fraktion dafür gekämpft, dass Wohnen nicht zur Ware wird. Wir verlieren jedes Jahr in Deutschland 60.000 Sozialwohnungen. Auch bei uns in Baden-Württemberg wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper. Und das nicht erst, seitdem Geflüchtete bei uns Schutz suchen. Wenn Familien und Menschen mit kleinen Einkommen keine angemessene Wohnung mehr finden, ist der soziale Zusammenhalt gefährdet. Rechtspopulisten triumphieren vor allem dort, wo Menschen sich abgehängt fühlen und Angst vor dem sozialen Abstieg haben.

Auch deshalb müssen wir Wohnen wieder als Daseinsvorsorge begreifen. Die Zeit der Wohnungsprivatisierungen und Spekulationen muss endlich vorbei sein Stattdessen brauchen wir einen Aufbruch beim sozialen Wohnungsbau. Mit meinem Konzept einer Neuen Wohnungsgemeinnützigkeit will ich wieder Genossenschaften, kommunale Wohnungsunternehmen und private Investoren für den sozialen Wohnungsbau gewinnen. Steuerförderung im Tausch gegen günstigen Wohnraum ist das Prinzip der Wohnungsgemeinnützigkeit. Ein bewährtes Prinzip der sozialen Marktwirtschaft, das in Österreich, Dänemark und Holland bis heute gilt. Die Neue Wohnungsgemeinnützigkeit ist eine Form der solidarischen Ökonomie, bei der alle gewinnen. Was in Wien und Amsterdam gut funktioniert, kann auch in Stuttgart, Berlin oder Heidelberg gelingen.

Die Grüne Stadt

Mein Ziel ist die gemischte, lebenswerte und klimafreundliche Stadt für alle – egal, woher sie kommen und wieviel sie besitzen. Gemeinnützige Baugruppen und Energiegenossenschaften, Upcyclingprojekte und Urban Gardenig Initiativen, Flüchtlingshelfernetzwerke und generationenübergreifende Wohnprojekte sind Zeichen einer solchen grünen Stadt der Zukunft. Diesen Initiativen und Projekten müssen wir Grüne weiterhin zum Durchbruch verhelfen. Stadtpolitik muss endlich wieder die Eigeninitiative von Menschen fördern und Bürgerinnen und Bürger zu Beteiligten statt Betroffenen machen.

Eine echte Willkommensarchitektur ist der zentrale Baustein von Integration. Sie kann nur gelingen, wenn wir Ghettos auf der grünen Wiese verhindern und eine dezentrale Unterbringung von Geflüchteten in unseren Städten und Dörfern ermöglichen. Lasst uns diesen Menschen eine neue Heimat geben

Das Grüne Dorf

Wir brauchen mehr Land in der Stadt und mehr Stadt auf dem Land. Unsere Städte müssen grüner und lebenswerter werden, unsere ländlichen Räume urbaner. Im grünen Dorf der Zukunft ist der soziale Wohnungsbau genauso selbstverständlich Teil des Zusammenlebens wie das generationenübergreifende Wohnen und die Carsharing-Station. Lasst uns für einen starken, modernen ländlichen Raum kämpfen. Lasst uns dafür kämpfen, dass Gesundheitsversorgung, öffentlicher Nahverkehr und schnelles Internet im ländlichen Raum genauso gut funktionieren wie in der Stadt. Wenn wir die Menschen auf dem Land aufgeben, treiben wir die gesellschaftliche Spaltung nur noch weiter voran. Lasst uns diesen Menschen Antworten anbieten, damit sie nicht auf falsche Versprechungen hereinfallen.

Echter Klimaschutz

In den Städten und Gemeinden schlummert ein gewaltiges Potenzial, das wir Grüne aktivieren müssen. Die Sanierungsquote im Gebäudebestand dümpelt noch immer unter einem Prozent vor sich hin. Die Große Koalition fördert giftige Baustoffe und gibt Asphaltwüsten und Betonpisten Vorrang vor Stadtgrün und nachhaltiger Mobilität. Das müssen wir ändern, denn der Klimawandel wartet nicht. Lasst uns deshalb im Wahlkampf für Mieterstrom und Windkraft, für Quartierssanierung und erneuerbare Wärme, für Bürgerenergiegenossenschaften und einen echten Klimaschutz kämpfen. Denn das sind wir unseren Kindern schuldig.

 

Starke Kommunen

Mich treibt auch die Zukunft der kommunalen Daseinsvorsorge um. Gemeinsam haben wir für die Rekommunalisierung der Stromnetze gekämpft und uns gegen die Privatisierung der Wasserversorgung zur Wehr gesetzt. Jetzt gilt es, die Daseinsvorsorge erneut zu verteidigen. CETA und TTIP bedrohen unsere kommunalen Unternehmen bei Wasser, Wohnen und Energie. Lasst uns gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die kommunale Selbstbestimmung nicht verspielt wird. Das Schicksal unserer Kommunen darf nicht vor privaten Schiedsgerichten verhandelt werden, sondern in den Gemeinde- und Stadträten. Wer für kommunale Selbstbestimmung steht, kann sich nicht ernsthaft für TTIP und CETA stark machen.

Grüner Zusammenhalt

Auch bei uns Grünen geht es um den Zusammenhalt. Nur gemeinsam werden wir unsere Ziele 2017 erreichen. Egal ob junge oder junggebliebene Grüne, egal ob Linke oder Realos, egal ob Bundes-, Landes- oder Kommunalpolitiker, egal ob Basis- oder Parteiratsmitglied: Auf uns alle wird es ankommen. Dies ist nicht die Zeit für Selbstbeschäftigung und innerparteilichen Streit. Wir stehen 2017 im Bund vor einer Richtungswahl. Regieren Union und SPD weiter als Große Koalition des kleinsten gemeinsamen Nenners? Oder gibt es eine Koalition mit uns Grünen, die die Spaltung der Gesellschaft verhindern und soziale und ökologische Modernisierung voranbringen kann? Gemeinsam mit euch werde ich dafür kämpfen, dass wir Grüne auch auf Bundesebene in Regierungsverantwortung kommen. Farb- und Koalitionsdebatten werden uns dabei nicht helfen. Letztlich wird entscheidend sein, mit wem wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und unsere Inhalte umsetzen können.

Was mich antreibt

Viele von euch haben mich in den letzten Monaten ermutigt, meinen politischen Weg weiterzugehen. Ihr habt mich darin bestärkt, auch in der nächsten Legislaturperiode für meine Überzeugungen einzutreten. Als ehemaliger Landesvorsitzender, amtierender Landesgruppenchef und Mitglied der Wahlkampfkommission der letzten Landtagswahl bin ich in Baden-Württemberg und unserem Landesverband fest verankert. Ich will mich auch in den nächsten vier Jahren für eine gerechte Gesellschaft, echten Klimaschutz und sozialen Zusammenhalt einsetzen. Ich will im Bundestag in Berlin und hier in Baden-Württemberg weiterhin dafür kämpfen, dass Hass und Intoleranz keinen Nährboden finden. Deshalb bewerbe ich mich bei der LDK in Schwäbisch Gmünd erneut um Listenplatz 6. Dafür brauche ich euren Rückhalt und bitte um euer Vertrauen und eure Stimme.

 

Herzlich

Euer Chris

 
 

Biografie

Mit meiner kleinen Familie lebe ich in einem Dorf bei Tübingen. Nach meinem Studium der Soziologie und Politikwissenschaft habe ich an der Universität Tübingen gearbeitet. Ich war von 2009 bis 2013 euer Landesvorsitzender, Mitglied der Wahlkampfkommission und des Koalitionsausschusses. Ich bin 37 Jahre alt und seit drei Jahren Mitglied des Deutschen Bundestags.

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