BTW-13 Catherine Kern

Liebe Freundinnen und Freunde,

am 19.09.2016 wurde ich als Kandidatin für den Wahlkreis Neckar-Zaber nominiert. Die breite Zustimmung hat mich in meinem Bestreben, ein Bundestagsmandat zu gewinnen, bestätigt. Ich freue mich sehr, als Frau aus dem ländlichen Raum, mit meiner Erfahrung den Wahlkreis Neckar-Zaber zu vertreten.

Mehr denn je braucht es in diesen unruhigen Zeiten eine starke grüne Partei, die entschlossen und klug für eine gesunde Umwelt, eine nachhaltige Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit, eine freie Gesellschaft und einen solidarischen Zusammenhalt in Europa kämpft. Die Große Koalition des Stillstands verhindert dringend notwendige Reformen, arbeitet an der Ausbeutung Europas mit und unterwirft sich bereitwillig dem Freihandel.

Die getriebene CDU hat im ganzen Land Probleme, ihre Wählerschaft zu behalten. Für den Machterhalt übernehmen die “Konservativen“ vordergründig politische Positionen von allen Seiten, um im Hintergrund dann doch ihre neoliberale Politik betreiben können. Sie haben ihr Profil verloren. Ich finde: wir Grüne müssen uns mit unseren klaren Vorstellungen einer friedlichen, gerechten und nachhaltigen Zukunft nicht verstecken!

In der Flüchtlingspolitik beschäftigt sich die Bundesregierung unter Leitung der Union nur noch mit der Reduzierung von Flüchtlingsströmen: man überbietet sich gegenseitig darin, wer Flüchtlinge möglichst schäbig behandeln kann, man baut die Festung Europa aus und trifft Vereinbarungen mit zweifelhaften Regierungen. Die tatsächlichen Fluchtursachen werden komplett vernachlässigt – die Bundesregierung genehmigte stattdessen doppelt so viele Rüstungsexporte im Jahr 2015 im Vergleich zu 2014. Dazu noch vor allem an Länder wie Saudi Arabien und Katar, den Wiegen des islamistischen Extremismus. Es kann nicht sein, dass wir einen Rüstungswettlauf und damit die Spirale der Gewalt weiter vorantreiben!

Die schwarz-rote Bundesregierung  rückt mit ihrem Agrarminister Schmidt auch nicht von ihrer zerstörerischen Agrarpolitik ab: die EU-Subventionspolitik wird nicht in Frage gestellt, Massenimporte von Futtermitteln nicht eingeschränkt und die Industrialisierung der Landwirtschaft mit Verdrängung von bäuerlichen Strukturen, Massentierhaltung und Vergiftung unserer Umwelt weiter vorangetrieben. Die Kanzlerin hat sich letztens klar hinter das krebserregende Totalherbizid Glyphosat gestellt. Wir werden weiterhin hoch subventionierte, billige Waren in die Welt schleudern und die landwirtschaftlichen Strukturen anderer Länder ruinieren.

Europa ist in großer Gefahr. Die nächste Wahl zum deutschen Bundestag wird auch eine Europawahl sein. Das muss die grüne Botschaft sein: wir sind die wahre europäische Partei, weil wir wissen, dass die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nur gemeinsam in einer europäischen Gemeinschaft gelöst werden können. Ob Rüstungsexporte, Agrarpolitik, gemeinsame Umweltstandards, Energiepolitik, Arbeitsgesetze, Steuern oder Außenpolitik – wir können hier nicht mehr nur national denken. Das Brexit-Votum der Briten hat mich als Britin und überzeugte Europäerin erschüttert – dies ist ein schwerer Schlag für unsere europäische Gemeinschaft. Der Wahlkampf der EU-Gegner war von populistischen Unwahrheiten und von purem Nationalismus geprägt. Diese nationalistischen Bewegungen finden in ganz Europa Zulauf und wir müssen Ihnen dringend entgegentreten.

Ich weiß, dass europäische Integration unbedingt auch die wirtschaftliche Entwicklung aller Mitgliedsländer erfordert, um Armut, Jugendarbeitslosigkeit und letztendlich auch Nationalismus zu bekämpfen  – hier versagt unsere Bundesregierung mit ihrer engstirnigen deutschen Interessenpolitik völlig. Wir müssen endlich europäisch denken und in Europa nicht gegeneinander, sondern zusammen arbeiten.

Es gibt in diesem Land noch so viel zu tun und wir Grüne werden für eine lebenswerte Zukunft dringend gebraucht. Ich möchte mit Leidenschaft, harter Arbeit und Sachverstand meinen Teil dazu beitragen. Mit eurem Vertrauen will ich als Grüne Bundestagskandidatin und hoffentlich Bundestagsabgeordnete unermüdlich dafür kämpfen, dieses Land sozial, nachhaltig und weltoffen mit grüner Politik voran zu bringen.

Eure Catherine

Biografie

  • Ich bin geborene Britin und in der Nähe von Liverpool groß geworden. Nach meinem BWL-Studium an der Metropolitan University in Manchester habe ich durch ein Praktikum in Reutlingen meinen Mann kennengelernt. Mit 22 Jahren bin ich nach Deutschland ausgewandert und habe drei schwäbisch-britische Kinder großgezogen. Seit 2000 bin ich als Englisch- und Weiterbildungs-Dozentin in Unternehmen selbständig.
  • Ich habe mich schon immer für Politik interessiert und komme aus einer politischen Familie: mein Vater war ein überzeugter Sozialist und als Studentin in England habe ich an den Demonstrationen gegen die neoliberale Politik von Margaret Thatcher teilgenommen. In den 90er Jahren habe ich mich in Pliezhausen, meinem früheren Wohnort bei Reutlingen, sehr für die Asylbewerber aus Afrika eingesetzt. 2007 konnte ich endlich die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen, ohne dabei die britische zu verlieren. 2010 rückte ich in den Öhringer Stadtrat nach und bei der letzten Kommunalwahl gelang mir die erfolgreiche Wiederwahl als Stadträtin.
  • Mitglied bei den Grünen wurde ich im Jahr 2011, damals schwer bewegt durch die Proteste gegen Stuttgart 21. Zwei Jahre später wurde ich dann schon Kreisvorsitzende der Hohenloher Grünen und habe sogleich den Bundestagswahlkampf von Harald Ebner mitorganisiert, der 2013 in Schwäbisch Hall-Hohenlohe mit einem überdurchschnittlichen Wahlergebnis erneut in den Bundestag einziehen konnte. Als Mitglied der LAG Migration und der LAG und BAG Europa setzte ich mich für meine politischen Hauptthemen Integration und Migration und Europa ein, seit letztem Jahr bin ich auch Ersatzdelegierte im Länderrat.
  • Bei der Landtagswahl im vergangenen März habe ich schließlich für Hohenlohe kandidiert und mit einem Unterschied von weniger als 1 % zum CDU-Mitbewerber leider den Einzug in den Landtag knapp verpasst. Ich kam auf zuvor unvorstellbare 27,12 %!
  • Wenn ich keine Politik mache, ist Theater meine große Leidenschaft.  Ich habe mich als Theater-Pädagogin weitergebildet, mache gelegentlich Projekte mit Senioren, Sonderschülern oder Jugendgruppen und spiele in einer kleinen Theatergruppe. Daneben engagiere ich mich im Öhringer Asylfreundeskreis, den ich zusammen mit dem örtlichen evangelischen Pfarrer gegründet habe.
 

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