BTW-39 Anja Reinalter

Liebe Freundinnen und Freunde,

am Abend vor dem Termin zur Abgabe der Delegiertenunterlagen wurde ich im Wahlkreis Biberach als Kandidatin nominiert.

Mein Motto für diese Situation – wenn nicht jetzt, wann dann – klingt auf den ersten Eindruck etwas abgedroschen, passt aber haarscharf auf die Situation in unser Welt, in Europa, für den Bund, das Land und für die oberschwäbische Kommune Laupheim im Landkreis Biberach – aus dem ich komme; und in der ich seit vielen Jahren als Stadträtin und Fraktionssprecherin und seit 2014 als Kreisrätin tätig bin.

Nachdem meine Nominierung durch die Presse und sozialen Medien ging, erntete ich sehr viele positive Reaktionen und immer wieder die Bestätigung: „wenn nicht jetzt wann dann?“

Ich gehe davon aus, dass sich diese Aussage auf zwei unterschiedliche Aspekte bezieht.

Einerseits – auf die aktuelle, prekäre politische Lage weltweit und dem damit verbundenen Auftrag, aktiv für die Werte der Demokratie einzutreten und mutig gegen rechts zu agieren, und andererseits – auf den partei- und lokalpolitischen Aspekt und die Chance, unseren Wahlkreis im schwarzen Oberschwaben endlich grüner werden zu lassen.

Wir leben in einer Zeit des Wandels. Wir sollten also keine Angst vor Veränderungen haben, sondern die Chancen erkennen, aktiv werden und den Wandel im Sinne einer grünen Politik vorantreiben. Die Zeit ist reif! Und, wenn nicht jetzt wann dann?

 Menschen erkennen:

Wenn wir eine grüne Alternative für alle Menschen sein wollen, dann müssen wir zunächst die Themen aufgreifen, die Menschen beschäftigen, verunsichern und letztendlich Entscheidungen treffen lassen. Öffentlich sind mir im Kreis Biberach noch keine AFD-Anhänger begegnet. Dennoch, wählen werden sie – nach Schätzungen – mindestens 15%.

Bürgerinnen und Bürger wollen verstanden werden – und ich lerne aus den Wahlen in den USA, dass die Stimmen der US-Bürger die riefen: „Nehmt uns ernst und schaut hin, wie es uns geht! Wir wollen uns nichts mehr vormachen lassen!“ leider nicht gehört wurden!

Wir müssen die Menschen in Deutschland und in unseren Wahlkreisen noch besser kennen lernen, sie mit ihren Ängsten, Sorgen und Befürchtungen zu Wort kommen lassen und natürlich müssen wir zuhören und alle Beteiligten an Lösungsfindungen teilhaben lassen. Die Bürgerinnen und Bürger haben genug von einer Politik der Besserwisserei und Bevormundung. Ich möchte mit den Menschen – nicht über sie reden.

Schwarzer Landkreis

Ich bewerbe mich um einen Listenplatz, wohlwissend, dass ich im traditionell schwarzen Landkreis Biberach ohne aussichtsreichen Listenplatz keine Sonne habe! Seit 1949 hat die CDU das Direktmandat im Landkreis Biberach. Bei den letzten Bundestagswahlen mit 59,0%.

Es mag aussichtslos erscheinen, auf das Direktmandat zu schielen… ;-) und ohne zielführenden Listenplatz muss man sich natürlich fragen, weshalb ich mir das antue?

Ja warum – gute Frage!

Weil:

Zukunft!

Als Frau, Tochter, Schwester, Christin und Mutter von drei Kindern sehe ich in meinem Leben den Auftrag, für eine offene, gerechte und transparente Zukunft in unserer Gesellschaft in Europa, für unsere nachfolgenden Generationen und die Natur auf unserem unseres Planeten zu kämpfen.

Wir haben nur diesen einen Planeten und wir Grünen stehen für eine moderne Klimapolitik und für die, von den meisten Menschen insgeheim erhoffte, Energiewende, weil eigentlich alle verstanden haben, dass wir dringend aufhören müssen, auf Kosten unserer Umwelt zu leben. Wir Grünen tragen hierfür die Verantwortung. Von uns werden nachhaltige und tragfähige Lösungen und Mahnungen erwartet. Dieses Thema ist und bleibt grün – mit allen Chancen und Risiken. Die anderen Parteien beneiden uns teilweise um diese Monopolaufgabe und andererseits sind sie froh, dass wir diese Herkulesaufgabe übernommen haben. Wir dürfen aber nicht nur Schilder hochhalten und Parolen predigen. Wenn wir es ernst meinen, müssen wir Lösungen bieten. Lösungen, die überzeugen und funktionieren. Wir müssen professionell mit dem Thema umgehen. Ideologien reichen nicht aus, Menschen aus anderen politischen Lagern auf unsere Seite zu ziehen.

Die grünen Wähler müssen wir hoffentlich nicht überzeugen. Hier müssen wir in anderen Parteien und vor allem Branchen Überzeugungsarbeit leisten.

Ein Schritt in die richtige Richtung wurde am Sonntag in Münster gemacht! Natürlich müssen wir uns mit Herrn Zetsche austauschen und das Gespräch suchen und wenn wir die Automobilindustrie für die E-Mobilität gewinnen möchten, sollten wir dies meiner Meinung nach mit klugen Anreizsystemen versuchen.

Bildung und Betreuung

Als Pädagogin sehe die Sinnhaftigkeit meiner Aufgabe in der Lehre. Ich werde in meiner Arbeit mit Schülerinnen und Schülern in der Ausbildung zu Erzieherinnen und Erziehern, mit Studierenden der Sozialen Arbeit und in der Erwachsenenbildung nicht müde, vielfältiges Denken zu fördern und zu fordern. Vielfalt ist das beste Mittel gegen Einfalt. Das beginnt schon bei den Kleinsten. Deshalb brauchen wir neben guten Bedingungen zum Lernen vor allem Zeit für einen Austausch um Haltungen und Einstellungen zu erkennen und um darüber reden zu können. Wenn wir nicht wissen, wie die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ticken – wie können wir sie dann erreichen? Wir müssen „echt“ mit den Menschen reden, wohlwissend, dass die Digitalisierung unser Leben weiter verändern wird. Demensprechend werde ich sowohl in den sozialen Netzwerken, als auch auf der Straße das Gespräch und den Austausch mit den Menschen suchen und dabei werde ich:

  • damit werben, den Wahlkreis Biberach ökologischer, gerechter und moderner gestalten zu können.
  • mich dafür einsetzen, dass wir ein solidarisches Land bleiben, in dem alle ihren Platz finden, Armut bekämpft wird und niemand aufgrund seiner Herkunft, sexuellen Orientierung, Alter, Religion, Geschlecht oder Behinderung ausgegrenzt oder diskriminiert wird. – und
  • offen, ehrlich und authentisch versuchen, den Menschen konkrete und verständliche Antworten zu geben und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen. Ich setze auf Beteiligung!

Ich bewerbe mich also um einen Listenplatz, wohlwissend, dass ich weder über die Liste noch über das Direktmandat eine echte Chance haben werde, die Politik in Berlin mitzugestalten.

Ich bin bereit, in meinen Bereichen: Bildungs-, Familien-, Klima- und Umweltpolitik kompetent und grün zu antworten und eine echte, grüne Alternative zu sein.

Und, ich tu es trotzdem – wie viele hier! Ich tue es, weil es mir eine Ehre ist und weil es mein Auftrag als Mensch ist, sich für eine gute Welt einzusetzen – und – wenn nicht jetzt, wann dann?

Ich freue mich insgesamt über ein sehr gutes, grünes Wahlergebnis, möchte meinen Teil dazu beitragen und bedanke mich für Euer Vertrauen.

 

 

 

Biografie

Persönliches

  • geboren am 1.Mai 1970 in Laupheim
  • verheiratet, 1 Sohn (20 Jahre), 1 Tochter (17 Jahre), 1 Tochter (13 Jahre)
  • 1989-1996 Studium der Rechtswissenschaften / Universitäten Augsburg und Konstanz
  • 1996-2000 Studium der Erziehungswissenschaften Universität Frankfurt/Main
  • Diplompädagogin
  • von 2002-2015 Bildungsreferentin der Katholischen Erwachsenenbildung
  • Promotionsstipendiatin im Mathilde-Planck-Programm
  • Geschäftsführerin FU-Institut für familienfreundliche Unternehmensführung
  • Direkteinsteigerin an der Beruflichen Schule in Biberach
  • Beauftrage für Chancengleichheit an der Matthias-Erzberber-Schule
Ehrenamt
  • seit 2009 im Stadtrat Laupheim - seit 2013 Fraktionssprecherin
  • seit 2104 Kreisrätin im Landkreis Biberach
  • seit 2007 Mitglied im Aktionsbündnis Familie Landkreis Biberach
  • diverse Ehrenämter in der Elternarbeit, u.a. Gesamtelternbeiratsvorsitzende
  • Helene-Weber Preisträgerin
 

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